Spiele die mit"D" beginnen:

DUNGEON MASTER

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Dungeon Master


FTL
1988
Atari ST - Amiga - PC - PC Engine

Durch ein missglücktes Experiment spaltete der Graue Lord sein Persönlichkeit in das Gute und das Böse. Das Böse, in Form von Lord Chaos, verschanzte sich im Berg Mont Anaias um von dort aus Schrecken über die Welt zu verbreiten.
Lord Librasulus, die gute Hälfte, ist in einer parallelen Dimension gefangen und vermag nur mit der Hilfe des legendären Feuerstabs von dort zu entkommen und die natürliche Ordnung wieder herzustellen. Er schickt seinen Lehrling Theron in den Kerker, in dem die Seelen von 24 Helden ruhen, die durch Lord Chaos Hand starben. Theron hat die Macht vier der tapferen Streiter zu beleben um diese im Kampf gegen die Dunkelheit zu führen und den mächtigen Feuerstab zu beschaffen. Du bist Theron!

Der wohl bekannteste Klassiker unter den CRPGs. Der Urvater aller Dungeonrollenspiele. Ein Meilenstein in der Computerspielgeschichte, vergleichbar mit der Mondlandung im Bereich der Raumfahrt.... Ihr seht, ich werde etwas euphorisch wenn’s um dieses Spiel geht. Kein Wunder, war es doch eine der ersten und besten Erfahrungen die ich, damals noch auf meinem „kleinen“ 7 MHz Amiga 500, mit Rollenspielen hatte. Ich weiß nicht genau welches Jahr es war, hab auch keine Ahnung woher ich diesen Titel hatte (wahrscheinlich aus irgendeiner virusverseuchten Sammlung eines Freundes. Viren waren damals, in den alten Amigazeiten, sehr weit verbreitet und hatten den Status, der heute mit den Tamagotschies oder Pokemons vergleichbar wäre: „Mein kleiner Bootvirus hat viel mehr Disketten infiziert und viel mehr Daten zerstört als deiner und befindet sich jetzt hier in diesem roten Pokeba... ich meine auf dieser Diskette.“ Aber das ist eine ganz andere Geschichte... ;-)) . Das einzige woran ich mich nach all der Zeit noch erinnere waren die langen Nachte in den dunklen, modrigen Kerkern in dehnen ich meine tapferen Recken auf der Jagd nach Lord Chaos und seinen Schergen begleitete.

Wieder zurück zum Spiel Dungeon Master (dessen Diskette meinen kleinen, niedlichen Neovirus beherbergte... ;-)). 1988 erschien das Spiel zuerst auf dem Atari ST, kurz danach dann für den Amiga. Doch es hat gut vier weitere Jahre gadauert bis der Klassiker auf dem PC auftauchte. Und das bei so 'nem Firmennamen wie FTL, was "Faster Then Light" bedeutete... Was das Game so revolutionär machte, war die Tatsache das zum aller ersten mal die Kerker mit wunderschönen Bitmaps verkleidet wurden und eine bis dahin noch nie da gewesene (und auch danach nur selten erreichte) Interaktivität mir der Spielumgebung erlaubt war. So war es möglich die herumliegenden Gegenstände aufzuheben in den Rucksack zu packen, von da aus wieder auch den Boden zu legen, oder die Gegner damit zu bewerfen, kleine Gegenstände konnten in Kisten und Schatullen aufbewahrt werden, aus dem Brunnen zu trinken oder dort seinen Wasservorrat in eine Flasche zu füllen war genau so möglich wie das Locken von Monstern unter Fallgitter oder zwischen die Türen und diese durch die Wucht der Metal- bzw. Holzbauten zu zerstören. Worauf man hier leider verzichten musste waren Dialoge, NPCs waren nicht vorhanden und die Gegner waren zum vermöbeln da, also ein reines Hack’n Slay Spiel mit mit einigen (logischen) Schalterrätseln, verteilt über die 14 Etagen eines Kerkers. Weder ein Intro noch Zwischensequenzen waren vorhanden. Die einzige Einleitung ins Spielgeschehen bot das Manual aber auch diese Vorgeschichte war recht knapp gehalten. Etwas mehr Text hätte dem Spiel noch mehr Tiefe und Atmosphäre verliehen, doch no body is perfect (außer vielleicht der von Cindy Crawfort ;-)).

Die Charaktere werden am Anfang des Spiel in einer Ruhmeshalle zum Leben erweckt und werden dich von nun an das ganze Spiel begleiten. Vier solcher Helden dürfen der Party beitreten. Diese haben die Möglichkeit sich in vier Berufen, Kämpfer, Ninja, Priester und Magier, weiter zu entwickeln. Und hier offenbart sich eine weitere Besonderheit gegenüber den anderen Vertretern dieses Genres: Der Levelaufstieg deiner Partymitglieder erfolgt nicht durch das Sammeln von Erfahrungspunkte, sondern durch das fleißige Trainieren in den speziellen Berufen. D. h. möchte ich meinen schwachbrüstigen Magier zum Monsterprügler schlecht hin aufwerten, gebe ich ihm eine Axt in die Hand und lasse ihn damit gegen Monster, Türen oder einfach nur in der Luft schlagen. Nach eine bestimmten Trainingszeit wird aus dem Kämpfer-Anfänger ein -Experte und irgend wann vielleicht ein -Meister, was auch neue Techniken mit den Waffen ermöglicht . Mit dem Levelaufstieg in dieser Sparte werden nicht nur deine Gesundheit und Kraft aufgewertet, sondern auch die Geschicklichkeits- und Ausdauerwerte gesteigert. So ist es z. B. möglich aus einem Ninja, der kein Mana (=Energie die zum Zaubern benötigt wird) besitzt einen klasse Magier zu machen, in diesem Fall drückt man dem Schattenläufer einen Zauberstab, der Mana steigert, lässt diesen solange mit der "geliehenen" Macht trainieren, bis die eigene Magiekraft steigt. Ausschlaggebend für die Lernschnelligkeit eines Schülers ist hier die Intelligenz.

Einzigartig war und ist auch das Magiesystem. Per Symbole stöpselt man einen Zauber zusammen, dieser besteht maximal aus vier Runen und darf in sechs verschiedenen Stärken angewandt werden. Jedes Symbol verbraucht unterschiedlich viel Manaenergie, so das manche Zaubersprüche erst ab einem gewissen Manawert möglich sind, dafür aber dem Zauberkundigen eine deutlich höhere Erfahrung zuschreiben. Die benötigten Kombinationen für neue Zaubersprüche liegen in Form von Spruchrollen im Dungeon verteilt und müssen erst gefunden werden.

Wie vorhin schon erwähnt war die Grafik bei DM, für damalige Verhältnisse, superb. Die Wände der Verließe wiesen Moos- und Rostspuren auf, waren auch mit Fackelhaltern, Schriftzeichen und Schaltern versehen. Die Gegenstände konnten von weitem erkannt werden und die Gegner waren wunderschön gezeichnet, einzig die Animationen dieser waren recht bescheiden. Weiterhin störte es das die Dungeongrafik immer gleich blieb: Das Mauerwerk war vom ersten bis zu letzten Level grau.

Soundtechnisch schaut es hier auch recht mau aus. Anzahl der Musikstücke ist gleich Null. Und die wenigen Soundeffekte beschränken sich auf das Kämpfen, benützen der Türen und Schritte der Monster. Ein Sound den ihr wascheidlich öfter zu hören bekommt ist der tolle "UGH!!!-Schrei" wenn man gegen eine massive Wand läuft, als Ergebnis werden aber einige Lebenspunkte abgezogen, im richtigen Leben wäre es eine blutige Nase ;-).

Bei all' diesen audiovisuellen Unzulänglichkeiten fragt Ihr euch sicherlich was an Dungeon Master so toll ist? Nun ja, eine berechtigte Frage. Um dies zu beantworten muss man das Spiel, am besten anno 1988, gespielt haben. Klar ist der Kerkermeister aus heutiger Sicht veraltet, doch er versprüht immer noch einen ungeheuren Charme, der zum erneuten (Durch-)Spielen animiert.

Und habt ihr DM durch, dürfen eure Helden die Welt erneut vor Lord Chaos' bösen Machenschaften befreien, in Chaos Strikes Back. Aber auch ein direkten Nachfolger, Dungeon Master 2, erwartet euren Besuch.

Dungeon Master screenshot Dungeon Master screenshot 
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