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AMBERMOON

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Ambermoon


Thalion
1993
Amiga

Die Vorgeschichte...

Nach dem Marmion, der Gott des Chaos, durch das Zusammenfügen der dreizehn Amberstar-Teile besiegt wurde ist unser Held sesshaft geworden. Er fand sich ein Stück Land, baute ein Haus, heiratete und bekam eine Tochter.

Zwanzig Jahre später. Die Tochter wurde erwachsen, heiratete ebenfalls, zog mit ihrem Angetrauten nach Twinlake, der großen Stadt im Herzen Lyramions und bekam einen Jungen, der unseren Helden zu einem stolzen Großpapa machte. Doch das Glück wehrte nicht lange denn Eines Tages machten sich Marmion wieder bemerkbar. Der dritte Mond Lyramions, genannt "Das rote Auge Tarbos" - auf den der Gott des Chaos verbannt wurde - wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und stürzt auf Lyramion, genauer gesagt auf Twinlake. Dieser Aufprall ruft weitere Naturkatastrophen hervor: So erschüttern schreckliche Erdbeben das Land, riesige Flutwellen überrollen weite Gegenden und schreckliche Vulkanausbrüche vernebeln die Atmosphäre. Dieses Inferno währt wochenlang, dezimiert die Weltbevölkerung auf einen winzigen Bruchteil, der Handel bricht zusammen und überhaupt hat sich das geografische Gesicht der Welt vollkommen verändert: Wo sich früher hohe Berge befanden klaffen jetzt tiefe Schluchten, weite Kontinente wurden zu winzigen Inselgruppen aufgespaltet. Aber auch die alten unterirdischen Systeme wurden zerstört oder deformiert. Jahrzehnte bleibt der Himmel verdunkelt doch langsam senkt sich der Staub und die Natur beginnt sich zu regenerieren. Auch die Menschen raffen sich zusammen, neue Gemeinschaften samt neuen Städten und Dörfern werden gegründet und das Leben beginnt sich zu normalisieren.

Unser Held, inzwischen ein greiser Mann von über achtzig Jahren, hatte es zu Beginn der Katastrophe geschafft seinen Enkel aus den verwüsteten Ruinen von Twinlake, als einzigen Überlebenden der Familie, zu erretten und ihm bis heute ein behutsames Leben zu ermöglichen. Nun neigt sich des Leben des tapferen Recken seinem Ende zu. Während eines Fiebertraums erhält er von seinem, seit Jahrzehnten verschollenem Freund, dem grauen Magier Shandra, eine Botschaft, die besagt das sich Lyramion erneut in Gefahr befindet und der neuer Auserwählte gegen die dunklen Mächte, sein wohlgehüteter Enkel ist. Nachdem er diese Prophezeiung an sein Pflegekind weitergibt, verstirbt der Held und lässt eine neue Legende entstehen...

Ambermoon war und ist das beste Rollenspiel für den Amiga. Die Entwicklung dauerte gut zwei Jahre, doch das Warten hat sich eindeutig gelohnt. Leider blieb der Nachfolger von Amberstar auch nur den Amigabesitzern vorbehalten (gesegnet sei WinUAE, der besten Amigaemulator ever :-)), denn kurz nach der Veröffentlichung des Spiels ging der Hersteller Thalion pleite. Die Programmierer wurden zum größten Teil von Blue Byte übernommen und waren dort später für das SciFi-Epos Albion verantwortlich...

Nun gut, wo waren wir stehen geblieben,... ach ja, das beste CRPG für den Amiga. Zum einen bietet Ambermoon eine geniale und spannende Geschichte, die problemlos eine Vorlage für eine superbe Romanreihe bieten könnte. Eindeutig orientiert sich das Ganze an der Final Fantasy Reihe, d. h. Fantasy wird hier mit SciFi-Elementen angereichert: So dürfen wir mit Hilfe eines Flugschiffes den Planeten verlassen und verschieden Monde des Planeten bereisen. Unter anderem besuchen wir einen Waldmond (die Ewoks lassen grüßen ;-)), einen Wüstentrabanten, sowie einen Eismond.

Zum andere setzt Ambermoon neue Maßstäbe in Sachen Grafik: Vorbei ist die Zeit als sich der Spieler a la Dungeon Master schrittweiße durch die Gegend bewegte. Butterweiches und stufenloses Scrolling durch die 3D-Landschaften haben eine neue Ära in der Spielgeschichte eingeläutet. Fairerweise muss man hier erwähnen, das Thalion als erster Softwarehersteller die stufenlose 3D-Engine vorgestellt hat. Zwar gab es dort noch keine abgerundeten Räume oder Höhenunterschiede, geschweige den physischer Korrektheit wie bei Ultima Underworld, doch die Grundlage bestand. Auch die 2D-Grafik überzeugt auf ganzen Linie. Märchenhafte Landschaften, wunderschön gezeichnete Charaktere und Einrichtungsgegenstände, strotzen nur so vor liebevollem Detailreichtum. Jede Welt hat ihren eigenen, einzigartigen Grafikstil und ist perfekt ins Szene gesetzt. Sogar die Großenunterschiede wurden angepasst: So ist der Held nicht, wie es bei Amberstar der Fall war, so groß wie ein Baum oder ein Berg sondern,... na ja realistischer eben. ;-)

Soundtechnisch schneidet das Spiel ebenfalls hervorragend ab. Wohlklingende Musikstucke unterstützen dasReisen auf dem Lande oder den Aufenthalt in den Städten. Bombastische Soundeffekte begleiten die Zaubersprüche und den Einsatz von Waffen. Hier merkt man das ein fähiger Komponist am Werk war.

Vielfältig sind auch die Möglichkeiten sich, bei rundenbasierten Kämpfen, seiner Haut zu erwähren. Riesige Feuerbälle und Feuerstürme fegen über den Gegner als Folge eines Zauberspruches. Opulente Eisgewitter lassen die Feinde zu Eissäulen erstarren, kombiniert mit einem Schwertstreich sind sie die beste Garantie für einen erfolgreichen Kampf... Weit über 100 Nutz-, Verteidigungs- und Angriffszaubersprüche stehen zur Verfügung. Dutzende Nah-, Fernwaffen und Ausrüstungsgegenstände bieten den nötigen Schutz. Insgesamt befinden sich an die 400 benutzbare Gegenstände im Spiel und sorgen für Kurzweile, da es immer wieder was neues zu entdecken gibt. Kommuniziert wird per Stichwortverfahren: Unser Gegenüber erzählt etwas und sobald ein wichtiges Thema auftaucht haben wir die Möglichkeit per Stichwörter an weitere Informationen zu kommen. Was hier umständlich und veraltet klingt, funktioniert im Spiel hervorragend.

Die komfortable Steuerung des Vorgängers wurde übernommen und hatte sogar noch einige Verbesserungen erhalten: So werden z. B. Utensilien im Inventar per Drag & Drop verschoben und in Schatztruhen sowie Möbeln darf man Gegenstände, Nahrung oder Gold verstauen. Doch nicht nur die Technik hat sich Gegenüber dem Vorgänger verbessert auch die Spielwelt hat sich fast vervierfacht. Auch das Automapping ist komfortabler geworden. An wichtigen Punkten einer Stadt z. B. vor einem Händler oder Heiler, wurden Teleporter gesetzt, die es nicht mehr notwendig machen immer wieder den gleichen Weg abzulaufen, ein Klick auf der Karte genügt und die Party ist am Ziel. Diese Idee ist einfach genial!!!

Fazit: Es kommt einem vor, als ob man sich inmitten eines riesigen, fantastischen Märchenlandes befindet aus dem man gar nicht mehr heraus möchte! Wie oben schon erwähnt, das beste Rollenspiel für den Amiga. Ambermoon hätte es heutzutage sicherlich schwer sich gegen die aktuellen Titel wie z.B. Baldur's Gate zu behaupten, doch habe ich noch nie ein Spiel gesehen, in das die Programmierer soviel Mühe und Liebe gesteckt hatten, wie es hier der Fall ist. Eindeutig eines der wenigen Evergreens, die nicht aus Geldgier geschrieben wurden, sondern um einen Traum zu verwirklichen.

Ambermoon screenshot Ambermoon screenshot 
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